Rhapsodie für Joseph Roth

I: Mondscheinblau

(für Hipponax)

Im royal(blau)en Abglanz
hochprozentigen Mondscheins
torkelt, säuselt
mein eingetretenes Hirn
auf abfällige Zukunft zu:

Es holpert, es stolpert
in die zynisch-warmen
Fänge erzwungenen Seins
zu: hipponaktisch zuckt
der Versfuß
jetzt auf und dann
stampft er wieder
bösartig nieder:
stramm, wenn auch
schwank(the) end.

II. The LunafFair

Verkratzte Damen und alternde Junker
schlecht verkleidete Tschechinnen und
gekrümmte Rabbis und besoffene Somalier
erscheinen mir, während ich warte
ich weiß nicht auf was.

Wir schreiben das Jahr
zweitausendundvierzehn,
an Tagen alt: zwei.

Das Jahr ist noch jung
und schon vergeben (dir)
die selben harten Fratzen,
die dir im Spiegel begegnen,
starren dich an
während sie vorübern.

Es ist ein verfickter zweiter Januar
ich stelle mein Bier neben die frische Kotze,
die verspätete Sylvesterfrösche mir da ließen.

Die fauchenden Bestien, die selben,
die in Mexico City
Frieda Kahlo
ins Exil
der scheintoten Wortemaler
zwängten,
raunen um mich herum,
die Straßenbahnen,
no streetcar spells desire.

Verwehtes
III. Gastronomia Veronese

Aus welcher Stadt, welcher Provinz sind Sie?

etc …

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